Barcodes sind in vielen Unternehmen täglich im Einsatz – im Lager, in der Produktion, im Versand, im Handel oder im Gesundheitsbereich. Sie sorgen dafür, dass Waren, Bauteile, Behälter, Dokumente oder Patientenproben schnell und eindeutig identifiziert werden können.
In der Praxis kommt es jedoch immer wieder vor, dass ein Barcode nicht sofort gelesen wird. Das kostet Zeit, unterbricht Arbeitsabläufe und führt im schlimmsten Fall zu Fehllieferungen, Verzögerungen oder unnötigen Nacharbeiten. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen liegt die Ursache nicht am Scanner allein. Oft sind es kleine Details bei Druck, Etikett, Platzierung oder Prozessgestaltung, die über eine zuverlässige Lesbarkeit entscheiden.
Zu geringer Kontrast
Eine der häufigsten Ursachen für schlechte Barcode-Lesbarkeit ist ein zu geringer Kontrast zwischen Code und Hintergrund. Scanner benötigen klare Hell-Dunkel-Unterschiede, um die einzelnen Striche oder Module zuverlässig zu erkennen.
Problematisch sind zum Beispiel:
- schwarze Codes auf dunklem Untergrund
- helle Codes auf weißem Material
- farbige Etiketten mit zu wenig Kontrast
- ausgebleichte Druckbilder
Besonders in der Industrie oder Logistik können Staub, Abrieb, Feuchtigkeit oder Sonneneinstrahlung den Kontrast zusätzlich verschlechtern.
Unser Tipp: Barcodes sollten möglichst mit hohem Kontrast gedruckt werden – klassisch dunkel auf hellem Hintergrund. Bei speziellen Materialien oder schwierigen Umgebungen lohnt sich ein Test unter realen Einsatzbedingungen.
Schlechte Druckqualität
Auch wenn der Barcode auf den ersten Blick gut aussieht, kann die Druckqualität für den Scanner nicht ausreichend sein. Kleine Unschärfen, ausgefranste Kanten, verschmierte Linien oder Lücken im Druckbild können dazu führen, dass der Code nicht zuverlässig erkannt wird.
Typische Ursachen sind:
- verschmutzte Druckköpfe
- falsche Druckgeschwindigkeit
- ungeeignetes Farbband
- falsches Etikettenmaterial
- abgenutzte Druckkomponenten
- zu geringe Druckauflösung
Gerade bei kleinen Barcodes oder 2D-Codes wie DataMatrix oder QR-Code ist eine saubere Druckqualität besonders wichtig. Je mehr Informationen auf kleiner Fläche gespeichert werden, desto genauer muss das Druckbild sein.
Unser Tipp: Drucker sollten regelmäßig gereinigt und gewartet werden. Außerdem müssen Etikettenmaterial, Farbband und Druckverfahren zur Anwendung passen.
Falsche Barcode-Größe
Ein Barcode darf weder zu klein noch unnötig groß sein. Wird er zu klein gedruckt, können Scanner die einzelnen Elemente nicht mehr sauber unterscheiden. Wird er zu groß oder ungünstig skaliert, passt er möglicherweise nicht zum vorgesehenen Lesebereich oder zur Etikettenfläche.
Besonders häufig treten Probleme auf, wenn Barcodes nachträglich in Vorlagen verkleinert, verzerrt oder gestaucht werden. Dadurch ändern sich die Proportionen – und genau diese sind für die Lesbarkeit entscheidend.
Unser Tipp: Barcodes sollten nicht einfach grafisch skaliert werden. Besser ist es, sie mit geeigneter Software in der richtigen Größe und Qualität zu erzeugen.
Beschädigte oder verschmutzte Etiketten
Im Arbeitsalltag sind Etiketten vielen Belastungen ausgesetzt. Sie werden transportiert, gelagert, berührt, gestapelt, gekühlt, erhitzt oder gereinigt. Dabei können Barcodes beschädigt oder unleserlich werden.
Häufige Probleme sind:
- Kratzer
- Abrieb
- Knicke
- Feuchtigkeit
- Öl, Staub oder Schmutz
- chemische Einflüsse
- abgelöste Etikettenränder
In rauen Umgebungen reicht ein Standardetikett oft nicht aus. Hier braucht es Materialien, die zur jeweiligen Anwendung passen – etwa besonders abriebfeste, temperaturbeständige oder chemikalienresistente Etiketten.
Unser Tipp: Die Auswahl des passenden Etiketts ist genauso wichtig wie die Auswahl des Scanners. Material, Klebstoff und Druckverfahren sollten immer zur Umgebung passen.
Falscher Abstand oder ungünstiger Scanwinkel
Nicht jeder Scanner ist für jede Entfernung und jede Anwendung geeignet. Ein Handscanner im Lager hat andere Anforderungen als ein Fixscanner an einer Produktionslinie oder ein mobiler Computer im Außendienst.
Wird aus zu großer Entfernung gescannt oder befindet sich der Code in einem ungünstigen Winkel, kann die Lesung fehlschlagen. Auch stark gebogene Oberflächen oder schlecht erreichbare Stellen erschweren den Scanvorgang.
Unser Tipp: Scanner, Barcodegröße und Etikettenposition sollten gemeinsam betrachtet werden. In vielen Fällen lässt sich die Lesbarkeit bereits durch eine bessere Platzierung deutlich verbessern.
Spiegelnde oder schwierige Oberflächen 
Glänzende Materialien, Folien, Metalloberflächen oder Kunststoffverpackungen können Licht reflektieren und den Scanvorgang stören. Besonders bei direkter Beleuchtung oder wechselnden Lichtverhältnissen kann es dadurch zu Problemen kommen.
Auch transparente Verpackungen oder Etiketten unter Folie können die Lesbarkeit beeinträchtigen.
Unser Tipp: Bei spiegelnden Oberflächen sollten Etikettenmaterial, Druckposition und Scannertechnologie sorgfältig abgestimmt werden. Je nach Anwendung kann auch ein anderer Scanner oder ein angepasstes Etikettenlayout sinnvoll sein.
Ungeeignete Scannertechnologie
Nicht jeder Scanner kann jeden Code unter allen Bedingungen gleich gut lesen. Je nach Anwendung spielen Codeart, Entfernung, Bewegung, Lichtverhältnisse, Oberfläche und Umgebung eine wichtige Rolle.
Ein einfacher Scanner reicht für viele Standardanwendungen aus. In anspruchsvolleren Umgebungen – etwa in der Produktion, im Tiefkühlbereich, bei beschädigten Codes oder bei sehr kleinen 2D-Codes – kann jedoch spezielle Scan-Technologie erforderlich sein.
Auch die Ergonomie ist nicht zu unterschätzen. Wenn Mitarbeiter täglich viele hundert oder tausend Scans durchführen, müssen Geräte zuverlässig, robust und angenehm zu bedienen sein.
Unser Tipp: Die Auswahl des richtigen Scanners sollte immer auf Basis der realen Anwendung erfolgen – nicht nur anhand technischer Datenblätter.
Unser Fazit
Schlechte Barcode-Lesbarkeit hat selten nur eine einzige Ursache. Meist entsteht sie durch das Zusammenspiel von Druckqualität, Etikettenmaterial, Umgebung, Platzierung, Scannertechnologie und Prozessgestaltung.
Wer hier sorgfältig plant, kann viele Probleme bereits im Vorfeld vermeiden. Das spart Zeit, reduziert Fehler und sorgt für stabile Abläufe im täglichen Betrieb.
BSR unterstützt Unternehmen seit über 35 Jahren bei der Auswahl, Planung, Installation und Wartung von Identifikationslösungen. Gemeinsam mit unseren Kunden betrachten wir nicht nur einzelne Geräte, sondern den gesamten Prozess – von der Datenerfassung über den Etikettendruck bis zur zuverlässigen Integration in bestehende Abläufe.